Schon vorbei

So schnell kann es gehen: Die National MUN 2006 ist vorbei und war für die Teilnehmer der Universität Duisburg-Essen sicher ein Erlebnis. Es begann und endete dabei am Dienstag und dem gestrigen Samstag in der Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York.Wie die MUN im einzelnen verlaufen ist, will ich nun beispielshaft an meinem Kommittee UNICEF ein wenig darstellen.

Dem geneigten Besucher unserer Homepage wird in den letzten Tagen wohlmöglich aufgefallen sein, dass unsere Live-Berichte seit letztem Montag nicht mehr aktualisiert werden. Dies lag aber weder daran, dass ich zu Faul oder wir aufgrund zuviel Freizeit und Party etwas zu verheimlich hätten, sondern einfach an der am Dienstag gestarteten National MUN 2006.

Eröffnet in einer Zeremonie in der Halle der Generalversammlung mit einem wie ich finde durchaus motivierenden Grußwort des kanadischen UNO-Botschafters, begann so für
uns der Teil der Arbeit, der uns erst nach New York geführt hatte: Die National MUN 2006, bei der wir Eritrea vertreten sollten.

Abends ging es dann auch gleich zur Sache, denn in jedem Kommittee musste eine
Tagesordnung, also eine Reihenfolge der drei angekündigten Themen, festgelegt werden. Dies klingt einfacher, als es ist, denn natürlich hat jede Delegation ihre eigenen Vorstellungen. Um es kurz zu machen: Unser Wunschthema kam nicht an die erste Stelle und so mussten wir uns mit einem anderen beschäftigen.

Mittwoch begann dann die inhaltliche Diskussion und das auf und ab, welches ich auch als
Lernerfolg verbuche: Gab es aufgrund der geographischen und inhaltlichen Nähe schnell gute und vernünftige Kontakte zu anderen afrikanischen Staaten, fand leider schnell auch eine Abkoppelung von anderen Staaten und eine zu starke Fokusierung auf den “African Block” statt – der Anschluss zu anderen ging (vorerst) verloren. Auch das afrikanische Working Paper gefiel uns nicht wirklich und wir hätten es lieber erst weiter entwickelt, bevor wir es einreichten.

So ging es mit nicht ganz so tollen Gefühlen, einigen Erfahrungen und langen Diskussionsbesprechungen in den nächsten Tag, der für uns schon eine Wende brachte. Wir arbeiteten nun nicht mehr alleine mit Afrika, sondern lösten uns ein wenig und versuchten auf andere Working Paper Einfluss zu nehmen, um dort die afrikanischen Probleme – insbesondere die mangelnde finanzielle Versorgung von UNICEF – einzubinden. Ein Vorhaben, welches uns zum einen ein wenig aus der afrikanischen
“Isolation” führte, alles in allem recht erfolgreich war und uns auch neue Freunde (auch neben der offiziellen MUN) bereitete. Donnerstag abend waren die meisten Working Paper in einem Zustand, dass sie zu Resolutionsentwürfen werden konnten, was für uns…

…am Freitag einigen Stress bedeutete, da nun einige möglichst schnell zu den Abstimmungen kommen wollten, unser afrikanisches Papier aber noch mehrmals überarbeitet werden musste. Es begann ein Rennen durch den Flur um in 20-30 Minuten die geforderten Änderungen durchzuführen, das neue Papier auszudrucken und den neuen Entwurf rechtzeitig wieder zurück zu bringen, bevor es jemandem gelingt eine Mehrheit zu finden, um die Debatte zu beenden. Glücklicherweise arbeiteten aber auch noch andere an ihren Papieren, so dass am Ende auch alle Entwürfe zu Resolutionsentwürfen werden konnten. Nachmittags wurde schließlich abgestimmt und alle acht Resolutionen – unsere denkbar knapp mit nur 5 Stimmen Mehrheit – angenommen.

Der Samstag war dann das ausklingen lassen und eine Abschlusszeremonie in der Vollversammlung der Vereinten Nationen, bei der zwar keine großen politischen Reden
mehr gehalten wurden, aber die insbesondere für amerikanische Universitäten wichtigen Awards vergeben. Es wäre vermessen gewesen bei unserem ersten Besuch gleich davon auszugehen einen solchen abzustauben, insbesondere wenn man ein Land wie Eritrea auch
rollengerecht vertreten will, also war niemand enttäuscht, als es keinen Aufruf für Eritrea und die Universität Duisburg gab. Und vor allem ist doch eins wichtig: Der persönliche Lernerfolg, den jeder einzelne von uns bei diesem Projekt gewinnen konnte…

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