Wieder zu Hause

Am Samstag, den 09.12.06 hatten wir wieder deutschen Boden unter den Fü?en. Leider war es uns bei unserer vierstündigen Zwischenlandung in Teheran nicht möglich, den Flughafen zu verlassen, was sicherlich ein weiteres spannendes Kapitel unserer Reise hätte sein können.

Aber auch so war unser Pakistan-Trip an interessanten Begegnungen und neuen Eindrücken kaum zu überbieten. Die letzten Tage in Lahore hatten es dann aber wirklich noch einmal in sich. So hatte die Heinrich-Bäll-Stiftung dankenswerterweise sehr interessante Interviewpartner für uns arrangiert, die uns die Gelegenheit gaben, die pakistanische Gesellschaft aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und sehr unterschiedliche Meinungen zu Themen wie Politik oder Geschlechtergleichheit zu hören.

In diesen ganzen zwei Wochen haben wir es dann aber auch geschafft, einen Nachmittag lang frei zu haben und touristisch unterwegs zu sein. Erst standen die Sehenswürdigkeiten auf dem Programm. Hier mussten wir leider schon sehr selektiv vorgehen, denn die Zeit war knapp. Wir gingen in die Altstadt, wo wir das Fort und die Badshahi-Moschee, sowie den Samadhi-Tempel besichtigten. Bilder hiervon werden wir bald zur Verfügung stellen. Anschließend sind wir einkaufen gegangen. Vorbei an unzähligen Schmuckgeschäften, Tuchläden (Nenn ich jetzt mal so, auch wenn ich dann als Banause gelte) und Schuhgeschäften offenbarten alle drei von uns eingesehenen Märkte ein reichhaltiges Angebot. Besonders hervorzuheben ist der berühmte Anarkali-Bazar, wo man sich einer unglaublichen Fülle an unterscheidlichster Ware gegenüber sieht. Das Einzige, was uns hier fehlte, war eindeutig Zeit, um dieses bunte Angebot auch tatsächlich in Augenschein zu nehmen.

Die Tatsache, dass Pakistan touristisch gesehen absolut unerschlossen ist, machte uns gewissermaßen zu Exoten. Nicht selten sorgten wir für Menschentrauben, besonders Kinder waren sehr an uns interessiert. Niemand wurde jedoch aufdringlich, auch dies ist wieder ein Beispiel dafür, auf welch exzellente Gastgeber wir getroffen sind, die uns nie das Gefühl der Unsicherheit gegeben haben.

Am letztenTag stand dann noch einmal ein ganz besonderer Termin auf dem Programm. Nach einer Busfahrt von 1 1/2 Stunden gelangten wir nach Rahwali, wo die Jugendorganisation “Bargad” sich darum bemüht, Jugendliche politisch und gesellschaftlich zu aktivieren. Mit eben diesen jungen Leuten haben wir ingroßer Runde unsere Themen diskutiert. Obwohl nicht alle Englisch sprachen und eine Übersetzerin behilflich war, konnten wir das Feuer und die Energie derJugendlichen spüren, die diese Veranstaltung für mich zum schönsten Erlebnis in Pakistan gemacht haben.

Danach ging es zurück in die Stadt, wo wir eine weitere Diskussion in großer Runde hatten – dieses Mal mit Studenten aus Lahore selbst. Erneut kam eine hitzige Diskussion innerhalb der Jugendlichen auf; zu verschieden waren die Weltanschauungen der Einzelnen. Stark religiöse StudentInnen trafen hier auf sehr moderate, westlich geprägte Jugendliche. Eine Diskussion, wie sie sinnbildlicher für Pakistan nicht sein könnte. Und wir beide mitten drin. Wir waren sehr neugierig auf die Einstellungen der pakistanischen StudentInnen, aber sie nicht minder auf unsere Sicht der Dinge. So entwickelte sich ein dynamischer Austausch, wo beide Seiten – die pakistanische und die deutsche – gleichermaßen vom jeweils Anderen lernen konnten.

Insgesamt war diese Reise eine große Bereicherung, die ich um nichts in der Welt missen möchte und die ich jedem nur wärmstens empfehlen kann. Wir haben viel Neues gesehen und erlebt, unglaublich viel gesehen und eine neue Kultur kennen und lieben gelernt. Wir sind auf viele wunderbare Menschen getroffen, die – und ich kann es nicht oft genug wiederholen – perfekte Gastgeber waren.

Um diese Brücke nach Pakistan zu festigen und unsere neuen Freunschaften und Kontakte zu vertiefen, haben wir eine Delegation pakistanischer Studenten für die III.DuEMUN eingeladen. Nun ist es an uns zu zeigen, dass die Fußball-WM kein One-Hit-Wonder war und die Welt noch immer zu Gast bei Freunden ist.

An dieser Stelle möchten wir einigen Leuten danken, die diese Reise zu diesem Erfolg gemacht haben:

  • All unseren Dozenten, die uns bereitwillig freigestellt haben.
  • Pierre und Sandra, die die Vorbereitung mit uns gemeinsam bestritten haben und so wesentlichen Anteil an der Konzeption hatten.
  • Der größte Dank gilt jedoch Dr. Andrea Fleschenberg, die uns dieses Erlebnis erst ermöglicht hat, die Vorbereitungen mit uns bestritten hat und uns an Ihren hervorragenden Kontakten in Pakistan partizipieren ließ. Dafür ein herzliches Dankeschön.

Aman (Frieden auf Urdu),
Selma und Nils

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