Teures New York City, teurer Käsekuchen

Ich bin jetzt schon etwas schockiert, dass mir gerade 6,45 $ (inklusive Steuern; das ist immer wichtig zu wissen; so gut wie bei jedem Kauf werden die ja noch zusätzlich aufgerechnet; hätten die armen Amerikaner mal unseren Verbraucherschutz.) für ein Stück lausigen, Ähm bekannten New Yorker cheesecake abverlangt wurden. Gott sei Dank hab ich nicht die Variante mit den Erdbeeren genommen. Wer weiß was das gekostet hätte. Aber wenn man bedenkt, dass bei uns im Hotel Sheraton gerade ein Festakt zu Ehren von Rudy Giuliani (Ex-Bürgermeister von NYC) stattfindet und dass eine Eintrittskarte schlappe 2500 $ kostet, ist der “yummy”¬† cheesecake schon ein echtes Schnäppchen. Wenigstens hab ich mir die”bucks” (umgangssprachlich für Geld) fürs Mittagessen gespart, da wir in der ständigen Vertretung von Deutschland für die UN (Permanent Mission to the UN), genannt German House, zum Mittagessen eingeladen wurden.
Durch Zufall konnte ich heute feststellen, dass das “Deutsche Haus” hier in NYC großen Wert auf Transparenz legt. Auf den Telefonen war deutlich zu lesen: Vorsicht, diese Geräte sind nicht abhörsicher! Aber telefoniert wird damit trotzdem. So offen ist als deutsche Außenpolitik. So offen waren im letzten Sommer auch die Türen der Permanent Mission. Als , man erinnere sich , die Fußballweltmeisterschaft stattfand. Nicht nur Mitarbeiter der anderen ständigen Vertretungen (selbst der Sprecher der Permanent Mission der USA – den wir gestern getroffen haben – konnte sich daran noch gut erinnern. Ich zitiere: “I had a great time”. Ich würde auch sagen, dass er es bestimmt auch “awesome” gefunden hat.) wurden eingelassen, auch der gemeine New Yorker bekam Zugang zum Deutschen Haus. Wir haben also tatsächlich lang anhaltenden Erfolg was die deutsche Strategie im Bezug auf das Sammeln von Symphatie angeht. Immerhin kann man sich noch gut zehn Monate nach dem Event daran erinnern. Das Gedächtnis von Diplomaten soll ja ansonsten nicht so gut funktionieren. Über Abmachungen die Diplomaten anderer Länder zu bestimmten Themen gegeben haben wird im Deutschen Haus ja sogar Buch geführt (wie uns Fr. Gross heute verriet). Nicht dass das was nützen würde wenn man tatsächlich mal die Zusage einfordert. Jeder hat sozusagen das Recht seine Meinung zu ändern.

.und jetzt erstmal ab zu Starbucks (es ist ja nicht so, dass ich süchtig wäre).

Mehr Infos zur NMUN: Diese UN-Simulation fand zum ersten Mal 1946 statt. Jedes Jahr finden sich ca. 3500 internationale Studenten in New York City ein, um die UNO zu simulieren. Jede Universität vertritt ein Land. Unsere Uni-Duisburg-Essen repräsentiert Ägypten, wobei wir 17 Studenten die Länderinteressen in verschiedenen Gremien/Komitees möglichst erfolgreich kommunizieren sollen. http://www.nmun.org. Mehr Infos zur UN-Simulation der Uni-Duisburg-Essen auf ww.duemun.de.

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